Winternacht (Gedicht von Joseph Freiherr von Eichendorff)

So, jetzt schreibt es auch Spiegel-Online: Der Winter hat dieses Jahr einen Bogen um uns gemacht. Aber noch habe ich Hoffnung, wenigstens einmal draußen sowas wie eine geschlossene Schneedecke vorzufinden. Deshalb gibt es jetzt von mir noch ein Gedicht:

Winternacht von Joseph Freiherr von Eichendorff (1788 – 1857)

Winternacht

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
Ich hab‘ nichts, was mich freuet,
Verlassen steht der Baum im Feld,
Hat längst seien Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
Und rüttelt an dem Baume,
Da rührt er seine Wipfel sacht
Und redet wie im Traume.

Er träumt von künft’ger Frühlingszeit,
Von Grün und Quellenrauschen,
Wo er im neuen Blütenkleid
Zu Gottes Lob wird rauschen.

Quelle: Deutsche Gedichte für die Mittel- und Oberstufe höherer Mädchenschulen, ausgewählt von J. Kippenberg, Achte Auflage, 1904, Norddeutsche Verlagsanstalt O. Goedel, Seite: 90

2 Gedanken zu „Winternacht (Gedicht von Joseph Freiherr von Eichendorff)“

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